Denkmalschutz ist in Deutschland primär eine staatliche Aufgabe, die durch Landesbehörden wahrgenommen wird. Bürgerinnen und Bürger haben jedoch verschiedene Möglichkeiten, am Schutz lokaler Kulturgüter aktiv mitzuwirken – von der Meldung gefährdeter Objekte bis zur organisierten Arbeit in Denkmalinitiativen.

Rothenburg ob der Tauber – erhaltene Altstadt, Bürgerinitiativen zur Denkmalerhaltung, Wikimedia Commons
Rothenburg ob der Tauber – eine der am besten erhaltenen Altstädte Deutschlands. Quelle: Wikimedia Commons (CC)

Meldung gefährdeter Denkmäler

In jedem Bundesland können Bürgerinnen und Bürger gefährdete Denkmäler bei der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde melden. Diese ist in der Regel beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt angesiedelt. Eine Meldung ist formlos möglich – schriftlich, per E-Mail oder persönlich. Eine Fotodokumentation des Zustands erhöht den Informationswert erheblich.

Was bei einer Meldung hilfreich ist

Denkmalvereine und lokale Organisationen

In Deutschland existiert eine aktive Vereinslandschaft rund um Denkmalschutz und Denkmalpflege. Der Bund Heimat und Umwelt (BHU) ist ein Dachverband für Heimat- und Kulturlandschaftsorganisationen mit Mitgliedsverbänden in allen Bundesländern. Lokale Geschichts- und Heimatvereine dokumentieren häufig schon seit Jahrzehnten Baudenkmäler und historische Objekte.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert Restaurierungsmaßnahmen an gefährdeten Denkmälern und ist eine der wichtigsten privaten Institutionen im deutschen Denkmalschutz. Kontakte zu lokalen Denkmalpflegern vermittelt der „Tag des offenen Denkmals", der jährlich im September stattfindet und bundesweit Objekte öffnet.

Rechtliche Beteiligungsmöglichkeiten

Bei Baugenehmigungsverfahren, die denkmalrechtliche Fragen berühren, bestehen in einigen Bundesländern Beteiligungsrechte für anerkannte Naturschutz- und Kulturvereine. Im allgemeinen Verwaltungsrecht können Bürgerinnen und Bürger Widerspruch gegen Genehmigungsbescheide einlegen, wenn sie in eigenen Rechten betroffen sind.

Kölner Dom – Weltkulturerbe und bedeutendstes Denkmal Deutschlands, Wikimedia Commons
Kölner Dom – Weltkulturerbe und Beispiel dauerhafter Denkmalpflege. Quelle: Wikimedia Commons (CC)

Tag des offenen Denkmals

Der jährliche Tag des offenen Denkmals, koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. An diesem Tag öffnen Eigentümer und Verwalter von Denkmälern, die sonst nicht oder kaum zugänglich sind, ihre Häuser für Besucherinnen und Besucher. Bürgergruppen können Objekte in ihrer Gemeinde anmelden und eigene Führungen anbieten – eine Möglichkeit, auf lokale Denkmäler aufmerksam zu machen.

Quellen

  1. Deutsche Stiftung Denkmalschutz: denkmalschutz.de
  2. Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU): bhu.de
  3. Tag des offenen Denkmals: tag-des-offenen-denkmals.de